{"id":164,"date":"2013-05-18T21:17:23","date_gmt":"2013-05-18T19:17:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.boberroehrsdorf.de\/?page_id=164"},"modified":"2019-01-07T21:36:01","modified_gmt":"2019-01-07T19:36:01","slug":"historische-dokumente","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.boberroehrsdorf.de\/?page_id=164","title":{"rendered":"Dokument der Vertreibung"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #800000;\"><span style=\"color: #800000;\"><span style=\"color: #000000;\">An dieser Stelle, auf dem B\u00fcchelberg, stand das Haus meiner Ur-Gro\u00dfeltern Paul und Martha Bl\u00fcmel. Nur Reste des Hausfundamentes und einige Treppenstufen des Hauseingangs sind heute noch zu finden. Geht man ein paar Schritte durch den (ehemaligen) Garten den Berg hinauf, sieht man links in der Ferne die Kreisstadt Hirschbrich\/ Hirschberg, das Riesengebirge und rechts unten den Ort Boberr\u00f6hrsdorf.\u00a0<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #800000;\"><span style=\"color: #800000;\"><span style=\"color: #000000;\">Unser Haus brannte nach der Vertreibung ab&#8230; Sp\u00e4tere, polnische Nachbarn haben ein paar B\u00fccher sowie eine Taufurkunde gerettet. Diese gaben Sie meinem Vater 1991, anl\u00e4sslich seines ersten Besuches, 45 Jahre nach der Vertreibung, die er als 12 j\u00e4hriger Junge erlebte. Dies und die freundliche Aufnahme der jetzigen polnischen Bewohner des Nachbarhauses waren ein Lichtblick und Trost w\u00e4hrend dieses Besuches \u00a0der im vollkommenen Gegensatz stand zu den anderen Eindr\u00fccken: Elternhaus abgebrannt, Familiengr\u00e4ber nicht mehr vorhanden, Ehrenmal f\u00fcr die Kriegstoten abgerissen, Friedhof ruiniert, die Riesengebirgsmolkerei heruntergekommen, etc.. Dieser Besuch in der Heimat war ein Erlebnis, der einen dauerhaften Eindruck auch bei uns, den nachgeborenen (Schlesiern!), hinterlassen hat.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1278\" src=\"https:\/\/www.boberroehrsdorf.de\/wp-content\/uploads\/Logau-Fraktur-300x163.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"381\" srcset=\"https:\/\/www.boberroehrsdorf.de\/wp-content\/uploads\/Logau-Fraktur-300x163.jpg 300w, https:\/\/www.boberroehrsdorf.de\/wp-content\/uploads\/Logau-Fraktur-768x418.jpg 768w, https:\/\/www.boberroehrsdorf.de\/wp-content\/uploads\/Logau-Fraktur-1024x558.jpg 1024w, https:\/\/www.boberroehrsdorf.de\/wp-content\/uploads\/Logau-Fraktur-800x436.jpg 800w, https:\/\/www.boberroehrsdorf.de\/wp-content\/uploads\/Logau-Fraktur.jpg 1333w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/p>\n<h1><strong style=\"font-size: 1rem;\">Vertreibung aus Schlesien!<\/strong><\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\">An einem Sonntag rund ein Jahr nach Kriegsende, am 16. Juni 1946 wurde, wie fast alle anderen Menschen, auch unsere Familie aus Boberr\u00f6hrsdorf im Riesengebirge, aus ihrer schlesischen Heimat vertrieben. Es wurde durch die neuen polnischen Machthaber mitgeteilt, da\u00df der letzte Eisenbahntransport ginge. Wer mit diesem Zug nicht mitf\u00fchre, der m\u00fcsse die polnische Staatsb\u00fcrgerschaft annehmen. \u00a0Meine Gro\u00dfeltern wollten dies, auch unter dem Eindruck der bisher erfahrenen Willk\u00fcrherrschaft und Drangsalierungen der damaligen polnischen &#8222;Verwalter&#8220;\u00a0 nicht, und verlie\u00dfen die Heimat. Nach dreit\u00e4giger Fahrt mit unbekanntem Ziel, am 19.Juni 1946, kam der Transport im Westen des Reiches an. Als Deutsche in Deutschland, entwurzelt. Einzig einige alte Fotos und pers\u00f6nliche Dokumente haben den Transport \u00fcberstanden und sind bis heute im Familienbesitz&#8230;(Null..)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Transport Nr. 25 Wagon Nr. 44<\/strong><\/em>. \u00a0 \u00a0 \u00a0In dem Waggon waren 35 Personen wovon 13 Kinder waren. Darunter mein Vater mit 12 Jahren. Das genaue Ziel war bei Abfahrt unbekannt. Das Dokument der polnischen Beh\u00f6rden stammt aus dem Nachla\u00df meiner Gro\u00dfmutter Alma Bl\u00fcmel geb. Fruhner. Es tr\u00e4gt die Unterschrift meines Gro\u00dfvaters Ernst Bl\u00fcmel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.boberroehrsdorf.de\/wp-content\/uploads\/Vertreibungsdokument-I1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-183 size-large aligncenter\" src=\"https:\/\/www.boberroehrsdorf.de\/wp-content\/uploads\/Vertreibungsdokument-I1-728x1024.jpg\" alt=\"Vertreibungsdokument I\" width=\"728\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.boberroehrsdorf.de\/wp-content\/uploads\/Vertreibungsdokument-I1-728x1024.jpg 728w, https:\/\/www.boberroehrsdorf.de\/wp-content\/uploads\/Vertreibungsdokument-I1-213x300.jpg 213w, https:\/\/www.boberroehrsdorf.de\/wp-content\/uploads\/Vertreibungsdokument-I1.jpg 771w\" sizes=\"(max-width: 728px) 100vw, 728px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/www.boberroehrsdorf.de\/wp-content\/uploads\/Vertreibungsdokument-II1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-184 size-large aligncenter\" src=\"https:\/\/www.boberroehrsdorf.de\/wp-content\/uploads\/Vertreibungsdokument-II1-772x1024.jpg\" alt=\"Vertreibungsdokument II\" width=\"772\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.boberroehrsdorf.de\/wp-content\/uploads\/Vertreibungsdokument-II1-772x1024.jpg 772w, https:\/\/www.boberroehrsdorf.de\/wp-content\/uploads\/Vertreibungsdokument-II1-226x300.jpg 226w, https:\/\/www.boberroehrsdorf.de\/wp-content\/uploads\/Vertreibungsdokument-II1.jpg 779w\" sizes=\"(max-width: 772px) 100vw, 772px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem Buch &#8222;Das Fl\u00fcchtlingslager Mariental (1945-1947)&#8220; von Rolf Volkmann ISBN 3-00-001801-8 ist zu entnehmen, dass allein in diesem einen Zug transportiert wurden: M\u00e4nner 394, Frauen 742, Kinder 513. Also insgesamt 1792 Menschen. Der Zug kam an am 19. Juni 1946. Die Menschen wurden verteilt nach Northeim und auf den Landkreis Braunschweig. &#8222;Insgesamt 58 Transporte aus Schlesien trafen im Juni 1946 im Durchgangslager Mariental ein.&#8220; Entn. s.o. \u00a0Wer Interesse hat kann die Transportlisten dazu einsehen im Nieders\u00e4chsischen Landesarchiv Wolfenb\u00fcttel.\u00a0www.nla.niedersachsen.de\/<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Wahrheit und Aufrichtigkeit im Umgang miteinander und ein vereintes Europa sind der einzige Weg zu einem friedvollen Miteinander der Menschen. Diese Aufgeschlossenheit, vor allem der j\u00fcngeren Generation, erleben wir bei Besuchen im heute polnischen Schlesien regelm\u00e4\u00dfig. Jedoch hat man durchaus eine andere Wahrnehmung, wenn man die jeweiligen Stimmen der Politik in Presse und Fernsehen von Polen und Deutschland verfolgt. Dazu z\u00e4hlen auch bewusstes Verschweigen oder Ver\u00e4ndern geschichtlicher \u00a0Tatsachen..<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-324 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.boberroehrsdorf.de\/wp-content\/uploads\/P1120364-300x168.jpg\" alt=\"\" width=\"615\" height=\"346\" srcset=\"https:\/\/www.boberroehrsdorf.de\/wp-content\/uploads\/P1120364-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.boberroehrsdorf.de\/wp-content\/uploads\/P1120364-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 615px) 100vw, 615px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; An dieser Stelle, auf dem B\u00fcchelberg, stand das Haus meiner Ur-Gro\u00dfeltern Paul und Martha Bl\u00fcmel. Nur Reste des Hausfundamentes und einige Treppenstufen des Hauseingangs sind heute noch zu finden. 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